In diesem Abschnitt der Homepage möchten wir die Philosophie des Kyokushinkai Karate im Kurzen erläutern.

Dojo-Eid

Geschichte

OSU NO SESHIN

Regeln

Enso, der Volkommene Kreis

 Das Enso - Vollendung und Unendlichkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dojo-Eid

"Hitotsu, ware ware wa, shinshin o renmashi, kak-ko fubatsu no shingi o kiwameru koto."

Wir wollen unser Herz und unseren Körper trainieren, um eine feste und aufrechte geistige Haltung zu erreichen.

 

"Hitotsu, ware ware wa, bu no shinzui o kiwame, ki ni hassihi, kann ni bin naru koto."

Wir wollen nach den wahren Grundsätzen der Selbstverteidigung leben, so dass unsere Sinne zur rechten Zeit wachsam sein können.

 

"Hitotsu, ware ware wa, shitsujitsu goken o mot-te, kok-ki no seishin o kanyo suru koto."

Wir wollen mit aller Kraft um Selbstbeherrschung bemüht sein.

 

"Hitotsu, ware ware wa, reisetsu o omonji, chyojho o keishi, sobo no furumai o tsutsushimu koto."

Wir wollen unsere Mitmenschen achten, unsere Lehrer respektieren und uns von Gewalttätigkeit fernhalten.

 

"Hitotsu, ware ware wa, shinbutsu o toutobi, kenjo no bitoku o wasurezaru koto."

Wir wollen unseren religiösen oder philosophischen Grundsätzen folgen, und nie den wahren Wert der Selbstlosigkeit verkennen.

 

"Hitotsu, ware ware wa, chisei to tairyoku to o kajo sase, koto ni nozonde ayamatazaru koto."

Wir wollen nach Weisheit und Stärke streben, ohne uns durch neidische Wünsche selbst zu behindern.

 

"Hitotsu, ware ware wa, shogai no shugyo o karate no michi ni tsuji, Kyokushin no michio mat-to suro koto."

Mit Hilfe des Karatetrainings wollen wir immer versuchen, unser Dasein nach den wahren Grundsätzen unseres Lebens auszurichten.

Geschichte

Geschichte des KyokushinkaiSosai Oyama

Der Gründer unseres Karate-Systems, Masutatsu Oyama, wurde 1923 in der Nähe von Seoul (Süd-Korea) geboren. Mit neun Jahren begann er Judo zu erlernen. Im Alter von 12 Jahren kam er nach Japan, wo er die Universität besuchte. Nach dem Abschluss seines Judo-Studiums wurde er ein Karate-Schüler von Gichin Funakoshi Er machte dabei solche Fortschritte, dass er im Alter von 17 Jahren 2. Dan, mit 24 Jahren bereits 4. Dan war. Während des Krieges wurde er zum Militär eingezogen. 1947 gewann er die “All Japan Karate Championchips”.

Nachdem er sich entschlossen hatte, den Rest seines Lebens der Lehre des Karate zu widmen, verbrachte er die nächsten Jahre abseits der menschlichen Gesellschaft. Er lebte in Klöstern und in den Bergen, wo er sich Tag und Nacht den physischen Anforderungen, die die Kampfkünste stellen, unterwarf. Er meditierte in dieser Zeit, Erleuchtung suchend, nach den Zen-Prinzipien, kämpfte gegen wilde Tiere, zerschmetterte Bäume und Steine mit blossen Händen und meditierte unter eisigen Wasserfällen etc. – 1951 kehrt er in die Zivilisation zurück und eröffnete seine ersten Trainingsräume. Seine sensationellen Fähigkeiten wurden schnell bekannt. Unter anderem tötete er einen ausgewachsenen Bullen mit den nackten Fäusten.

Nach vielen erfolgreichen Reisen, in denen er seine Fähigkeiten demonstrierte, entstanden überall in der Welt neue Karate-Trainingshallen. 1965 wurde das gegenwärtige Kyokushinkai-Hauptquartier (Honbu) eröffnet. Derzeit ist Kyokushinkai in über 60 Ländern organisiert.

Masutatsu Oyama verstarb am 26.04.1994.

 

Was ist Kyokushinkai?

Karate ist sowohl eine (Kampf-)Kunst wie auch eine Philosophie. Jeder Mensch entwickelt eine von seinen Mitmenschen unterschiedliche Persönlichkeit. Dies spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Interpretation des Karate wieder. Auf dieser Basis gründeten Karate-Meister ihre eigenen Schulen, in denen sie ihre Form des Karate und ihr Verständnis dafür vermitteln.
Kyokushinkai ist der Name unserer Stilrichtung. Sie wurde gegründet durch Masutatsu Oyama.

Kyoku: endgültig; höchst, vollendet
Shin: Wahrheit; Wirklichkeit
Kai: verbinden: zusammentreffen

Die volle Bedeutung eröffnet sich einem erst nach vielen Jahren beständigen Übens.

Das Symbol des Kyokushinkai ist das Kanku-Zeichen. Es ist abgeleitet von der Kanku-Kata (Kanku: “In den Himmel blicken”). In dieser Kata werden die Hände hochgehoben. Daumen und Zeigefinger von linker und rechter Hand bilden dabei einen Kreis, durch den der Himmel betrachtet wird.

Die feinen Spitzen bilden die Finger. Sie symbolisieren Endgültigkeit oder den Höchststand. Die dicken Teile bilden die Handgelenke; sie stehen für Kraft. Der Mittelpunkt versinnbildlicht Unendlichkeit, bzw. unendliche Tiefe. Das Kanku Zeichen wird von einem Kreis umschlossen. Er stellt Kontinuität und Kreisbewegung dar.

OSU NO SESHIN

Vom Geist der Ausdauer

Sosai Oyama

 

Der, der jeden Tag den Geist des “Osu” zu leben weiß,hält seinen Kopf gebeugt,seine Augen aber richtet er nach oben.

Zurückhaltend wird er sprechen,ein gutes Herz haben
und unermüdlich sein in der Ausübung seines Trainings.

 

“Ishi no ue ni san nen” so lautet ein japanisches Sprichwort und es will sagen: “drei Jahre auf einem Felsen”.
Es weist auf die Notwendigkeit, zu allen Zeiten ausdauernd zu sein – eines der wichtigsten philosophischen Anliegen des Kyokushin-Karate.
Und es war Sosai Mas. Oyama, der sagte, für einen Karate-ka müsse es eigentlich heißen: “Sekijo ju nen”- zehn Jahre auf einem Felsen. Denn wo der durchschnittliche Mensch drei Jahre Ausdauer zeigt, da hat der Karate-ka es mühelos auf zehn Jahre zu bringen.

Kyokushin ist eine Kunst, die vieles zu den Zeilen des Lernenden beizutragen hätte- zu den kurz- wie zu den längerfristigen Zeilen. Tritte, Stöße und Kata zu transzendieren bedeutet, den besonderen Geist zu spüren, der einen Ausführenden umgibt. Und genau hier kann man lernen, wie die Anforderungen des Alltags mit Reife und Ausdauer zu bewältigen sind. Bleibt dem Budo-ka nur bewußt, daß sein wahres Potenzial in der ewigen Wahrheit der Ausdauer ruht, vermögen gegnerische Stöße ihn kaum jemals aus dem Gelichgewicht zu bringen. Einerster Hinweis, wie ein Lernender diesen Geist kultiviert, mag allein schon damit gegeben sein: Die Haltung des “Was soll’s”? weiß er durch die Haltung zu ersetzen, kleinste Herausforderungen bereitwillig anzunehmen. Noch ein Liegestütz mehr, einmal noch in die Hocke gehen- bevor ich aufgebe. Aus diesen bescheidenen, aber äußerst wichtigen Anfängen wächst allmählich der Wunsch, mehr und mehr Herausforderungen anzunehmen. Und schließlich wird gelernt, das Training des Karate selbst als eine ernsthafte Herausforderung zu begreifen und so vieles über das Leben zu lernen. Man meistert die Kata und erahnt ihren Geist. Man lernt in der Kumite, von Angesicht zu Angesicht, daß Stöße und blaue Flecke geringer wiegen, als die Annahme der Herausforderung an das Selbst.

Kalligrafie: "Karate-Do" - der Weg des Karate

Kumite hat in vielen Kampfsportarten kaum ein Äquivalent in der Realität, oder existiert nicht einmal. Daher ist sie auch die entscheidende Herausforderung, sich mit seinen eigenen Mängeln zu konfrontieren und sie zu bekämpfen, die sch oft nicht so leicht ergibt.

Die Kumite, sie ist essentiell für das Training eines Karte-ka. Wie kann man selbstbewußt reagieren, ohne es jemals geübt zu haben ? Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, denen Beachtung geschenkt werden muß, als daß die Reaktion dem Zufall überlassen werden könnte. Wie kann man die erstaunliche Unverwüstlichkeit des menschlichen Körpers wertschätzen, ohne je Erfahrungen gesammelt zu haben? Es kann eine sehr lehrreiche Einsicht sein, wenn man seinem Gegner den vermeintlich letzten Schlag versetzt und dieser noch immer lächelnd vor einem steht. Wie kann man wirklich erwarten, eine ernsthafte Auseinandersetzung erfolgrecih und mit Reife zu überstehen, ohne sich jemals in der Kumite bewährt zu haben? Die schärfste Klinge wird mit dem heißesten Feuer geschmiedet.

Diese Charakterstärke wir allein durch hartes und ausdauerndes Training erworben und ist bekannt unter dem Namen “OSU NO SEISHIN”. “OSU” als Wort hat seinen Ursprung im Begriff des “OSHI SHINOBU” und der meint: “durchhalten, während man bedrängt wird”. Das schließt den unbedingten Willen ein, sich selbst bis an die Grenzen des Erträglichen zu fordern, und derart zu lernen, jeder Art von Druck zu widerstehen. In seiner weiteren Bedeutung gestaltet sich das Wort mehrdeutiger- es beinhaltet einen Anruf an die Seele: halte Stand und lerne kämpfend, die Schwächen der menschlichen Natur, die jedem bekannt sind zu überwinden.

 

Vom Geiste des OSU

Sehr genau vermag das Wort “Osu” das Höchste zu umschreiben, das die Kunst des Karate- und Kyokushin im besonderen- zu bieten hat. Als weise und mutig darf gelten, wer wirklich in der Lage ist, den Geist des Osu mit jedem Wort, jedem Gedanken und jeder Tat offenbar werden zu lassen. Auch das Training sollte zuerst und zuvorderst ganz im Geist des Osu ausgeübt werden. Der Alltag schließlich, mit all seinen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten- im Geiste des “Osu” könnte er bewußter und damit erfüllter gelebt werden. Im Grunde des Herzens bestünden dann keine Zweifel, keine Ängste und keine Sorgen.
Die japanische Haltung ist die der Ausdauer. Wo es Menchen des Westens so leicht erscheint, einfach aufzuhören, wenn es schwierig wird, weiß ein Japaner traditionell nur, daß er ausdauernd standhalten muß. Ebenso: wenn einer im Training Schmerz empfindet, sollte dies nicht das Signal zum Aufhören sein, sondern es sollte als Gelegenheit angesehen werden werden, durch Beharrlichkeit zu reifen.

Selbst für den Anfänger, der sich seiner eingeschränkten Fähigkeiten bewußt ist und der nun vor den Anforderungen des Trainings zurückschrecken wird, reicht es aus zu wissen, daß er durch Beharrlichkeit und den Willen sein Ziel weiter zu verfolgen, enorme körperliche, geistige und emotionlae Gewinne erzielen wird. Alles was er braucht ist diese besondere Entschlossenheit. Einer der sich nicht müht und zum Aufgeben neigt, darf auf lange Sicht nicht auf Verständnis hoffen. Der Unterrichtende erkennt den, der sich bemüht und den, der es nicht tut. So wie es auf der einen Seite selbst dem Naturtalent ohne jede Anstrengung unmöglich bleibt, über ein Mindestmaß hinauszuwachsen, so vermag der weniger Begabte andererseits allein durch Entschlossenheit und Ausdauer im Training deutlich fortzuschreiten. Allein über die Entschlossenheit und den Willen zu kämpfen, wird das Herz empfänglich für “Osu und der dich Unterrichtende wird sein Bestes geben, diech zu unterstützen.

Keinen Platz für Geltungsbedürfnis und Selbstsucht kennt der Geist des “Osu”.

Wenn sich der Schmerz verdoppelt, ist es oftmals das Ego, das davor zurückschreckt, nicht der Körper- denn die Widerstandskraft des Körpers ist wahrhaft erstaunlich. Sehr zahlreich sind die Geschichten vom Ertragen übermenschlicher Strapazen in Zeiten selbstloser Notwendigkeit. Wenn man es zuläßt, daß sich das Ego verletzt fühlt, wir der Körper an Kraft verlieren und aufgeben.

Überwinde zunächst die Schwäche im eigenen Herzen und erfahre dann, wie sehr dein äußerer Gegner dir unwichtig erscheinen wird.

Unterkategorien